Mehr als ein Trend: Gourmet Gardening

Gourmet-Gardening

Im Beitrag über die Food-Trends 2022 habe ich das Gourmet Gardening erwähnt. Ein Thema, das im Food Report von Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler aufgegriffen wurde. In diesem Beitrag habe ich den Trend näher beschrieben und wesentliche Informationen dazu arrangiert.

Gourmet Gardening – nichts Neues?

Das Gourmet Gardening spielte bereits im Food Report 2014 eine zentrale Rolle. Doch während der Corona-Krise hat der Trend neuen Aufschwung erhalten. Aufgrund von Lockdowns und geschlossenen Restaurants haben die Menschen viel mehr Zeit zu Hause verbracht und sich mit ihrer Ernährung beschäftigt.

Viele haben den Garten (oder den Anbau auf Balkonien) neu für sich entdeckt. Es entstanden großartige Gartenprojekte und der Wunsch nach Gemüse und Obst aus eigenem Anbau wuchs. Statt Ziergärten wurden Hochbeete angelegt und eindrucksvolle Pflanzenbestände aufgebaut.

Hochwertige Lebensmittel selbst produzieren

Die beiden Begriffe Gourmet Gardening bringen den Kern des Trends direkt auf den Punkt: Ein Gourmet ist ein Feinschmecker, ein Genießer und Liebhaber der hochwertigen, frischen und kompetent zubereiteten Zutaten. Gourmets wissen qualitative Nahrungsmittel und ihre individuellen Besonderheiten zu schätzen. Sie genießen gern und nehmen sich gern dafür Zeit. Gardening steht für Gartenbau beziehungsweise Gartenarbeit.

Mit Gourmet Gardening – zu Deutsch Gourmet-Gärtnern – will der anspruchsvolle Genießer seine eigenen Nahrungsmittel erzeugen, die er nach der Ernte in ein kulinarisches Erlebnis verwandelt. Dabei landen hausgemachte Spezialitäten auf dem Teller.

Die Motivation: Den Alltag, die Ernährung und damit die Gesundheit in die eigenen Hände nehmen – selbst steuern, Einfluss nehmen und die Ernährung als reines Mittel zum Überleben auf das Niveau des Genusserlebnisses heben.

Die Werte bei Gourmet Gardening

  • Qualität: Gourmet Gardener achten bereits bei der Auswahl von Saatgut, Setzlingen, Erde und Co. auf Qualität. Sie wünschen sich mehr Naturerfahrung und Kontrolle über das, was letztlich tatsächlich im Magen landet.
  • Genuss: Durch Frische, Herkunftsgarantie und individuelle Vielfalt steht das Genießen im Mittelpunkt. Wohlfühlkultur und Selbstbestimmung sind elementare Faktoren.
  • Freude: Gleichzeitig geht es um die Freude am Gärtnern und den authentischen Bezug zur Nahrung. Das Hegen und Pflegen der Pflanzen schafft eine Verbindung zur Umwelt und steigert die Wertschätzung für die Fülle der Natur.

Beeindruckende Produktfülle: Der Markt stellt sich ein

Inzwischen gibt es einen gigantischen Markt mit Produkten für das Gourmet Gardening. Dabei nimmt die Selbstversorgung maßgeblichen Einfluss. Da nicht alle Gemüse, Kräuter und Obst von der Saat bis zur Ernte selbst anbauen können, sondern häufig nur einen Teil der nötigen Lebensmittel, weil es am nötigen Platz (Stichwort Großstadtwohnung) oder an Zeit mangelt, sind diverse Angebote für Kompromisse erhältlich.

Neben Samen, Nutzpflanzen, künstlichen Lichtquellen, Pflanzbeeten, Dünger und Bewässerungshilfen zum Fördern und Beobachten der Wachstumsprozesse stehen zum Beispiel vorbereitete Kräutertöpfe, Zubehör zur Sprossenzucht, Pflücksalate, Mini-Gewächshäuser, kleine Pflanzsets für Tomaten, Paprika und vieles mehr zur Verfügung.

Kernaussagen zum Trend

Zum Abschluss einige richtungsweisende Stichworte zum Gourmet Gardening:

  • Authentizität: Frische & qualitative Nahrungsmittel, reich an Vitalstoffen, Garantien zur Herkunft, naturnah und erntereif
  • Erleben: Wachstum beobachten und beeinflussen, Natur & Kulinarik erleben, Luxus beim Kochen, bewusster Genießen
  • Eigenständigkeit: Do it yourself, Selbstgemachtes wertschätzen, Sinnhaftigkeit, Zurück zur Natur, Nachhaltigkeit leben

Ihr wollt loslegen?

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