Kulinarische Misfits – Warum sich die Verwendung der Außenseiter lohnt

Misfits

Krumme Gurken, krüppelige Kartoffeln, unförmige Erdbeeren: Die Liste der Vertreter von Obst und Gemüse, welche nicht dem vorgeschriebenen Schönheitsideal entsprechen, ist lang. Lebensmittel, die nicht der Norm des Handels gerecht werden, landen nach der Ernte vielerorts auf dem Müll. Glücklicherweise nehmen sich immer mehr Menschen den „Misfits“ an, die lange ein Schattendasein führten.

Misfits feiern!

Es ist eine Schande, wenn man bedenkt, dass Obst und Gemüse lediglich aufgrund ihrer Optik entsorgt werden, während weltweit eine Vielzahl an Menschen nichts zu essen haben. Rund ein Drittel der Ernte wird für das Angebot in Supermärkten aussortiert. Während wir vom Lebensmittelüberfluss profitieren, verhungern andere qualvoll. Ein Zustand, den immer weniger akzeptieren und aktiv etwas unternehmen möchten.

Die kulinarischen Außenseiter, die gerne als Misfits bezeichnet werden, können einen wertvollen Beitrag dazu leisten die Lebensmittelverschwendung der westlichen Welt einzudämmen. Schließlich sollten doch die inneren Werte von Aubergine, Limette und Co. zählen und nicht ihr Aussehen. Geschmacklich und qualitativ gibt es keinerlei Unterschiede. Lediglich Optik und Form lassen zu wünschen übrig, was die Lebensmittelindustrie zum Aussortieren unförmiger und hässlicher Obst- und Gemüse-Vertreter veranlasst. Der Grund: Erfüllen Lebensmittel nicht die Norm, lassen sie sich nicht effizient transportieren und das treibt die Kosten in die Höhe.

  • Der englische Begriff misfits steht im Deutschen für Außenseiter

Pionierarbeit aus Berlin von Culinary Misfits

Maßgeblich geprägt, wurde der Misfits-Trend in Deutschland von zwei engagierten Berlinerinnen. Was mit einem „Wägelein“ voller Misfits in der Markthalle Neun begann, nennt sich heute Culinary Misfits, ein organisierter Betrieb in Berlin. Die beiden Gründerinnen Tanja Krakowski und Lea Brumsack haben es sich zur Aufgabe gemacht, die „Wertschätzung für Lebensmittel auf positive Weise zu kommunizieren“, so der Hinweis online. Die beiden Berliner Mädels wollten dazu anregen, bewusst Misfits zu wählen und die volle Vielfalt regionaler Erzeuger zu nutzen. Knapp fünf Jahre leisteten die Aktivistinnen Pionierarbeit in diesem Bereich. Mehr zu den Projekten und Hintergrundinfos zum Thema findet ihr unter culinarymisfits.de.

Was ihr tun könnt!

Doch nicht nur bei uns in Deutschland scheint das Thema präsent. Seiten wie misfitsproduce.ca oder misfitjuicery.co verdeutlichen, dass das Interesse international da ist. Wer ebenfalls Abstand von der unfassbaren Lebensmittelverschwendung nehmen und am Trend Misfits teilhaben möchte, muss im Grunde nur drei Dinge tun:

  1. Bei Händlern gezielt nach den kulinarischen Sonderlingen fragen,
  2. diese kaufen (am besten beim regionalen Erzeuger) und
  3. natürlich leckere Sachen damit zubereiten!

Fertig ist euer Beitrag zu einem sinnvollen Umgang mit Lebensmitteln! Bedenkt man, dass es unter Misfits überaus spannende Vertreter gibt, wie sich umarmende Karotten, herzförmige Tomaten oder lustige Knubbel-Kartoffeln, dürfte Kochen künftig noch mehr Spaß machen : )

Rezeptideen gibt´s hier:

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